Autos verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als die Hersteller angeben

23. Juli 2015

Autos verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als die Hersteller angeben

Autos verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als die Hersteller angeben

Bild: fotolia.de

Autos verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als die Hersteller angeben. Das hat der ADAC jetzt bei Tests nachgewiesen. Der Mehrverbrauch variiert je nach Antriebsart. Bei Benzinmotoren liegt er im ADAC EcoTest bei etwa zehn Prozent, bei Dieselfahrzeugen bei 14 und bei Hybriden mit Verbrennungs- und Elektromotor sogar bei rund 25 Prozent über den Herstellerangaben. Ursache dafür ist das vom Gesetzgeber vorgegebene Testverfahren namens NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus), das aus den 1990er Jahren stammt. Bei diesem Testverfahren rollt das Auto keinen Meter auf Asphalt, sondern die Räder drehen sich im klimatisierten Labor auf einer Rolle. Der Messvorgang dauert etwa 20 Minuten, und es wird nur sanft auf maximal 120 km/h beschleunigt. Zudem nutzen die Fahrzeughersteller dabei Gesetzeslücken aus, um auf möglichst niedrige Verbräuche zu kommen. So werden beispielsweise der rechte Außenspiegel abmontiert und Kühlluftöffnungen verschlossen, um einen niedrigeren Luftwiderstand zu erzielen, es werden Leichtlaufreifen eingesetzt und/oder Motorsteuergeräte optimal auf den Test hin umprogrammiert.

Damit soll 2017 Schluss sein, denn ab dann werden neue Fahrzeugmodelle nach dem neuen WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) getestet. Er ist zwar auch ein Rollenprüfstandstest, dauert aber etwa 30 Minuten und es wird öfter und stärker bis auf 130 km/h beschleunigt. Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete ADAC Techniker Axel Knöfel das neue Testverfahren und prognostiziert, dass die Verbrauchsangaben der Hersteller im Prospekt dann höher ausfallen werden als bisher. Abweichungen zum realistischen Verbrauch im Alltag werden allerdings wohl bestehen bleiben. Was ebenso bleibt ist die Vergleichbarkeit von Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller, denn der Test, den sie durchlaufen müssen, wird auch in Zukunft für alle gleich sein.

DAS DEKRA-PRÜFSIEGEL