Zahl der Fahrzeug-Rückrufe in Deutschland auf Rekordniveau

27. Juli 2015

Zahl der Fahrzeug-Rückrufe in Deutschland auf Rekordniveau

Zahl der Fahrzeug-Rückrufe in Deutschland auf Rekordniveau

Bild: fotolia.de

Die Anzahl an zurückgerufenen Fahrzeugen erreicht im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland knapp die eine Million Marke. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Markus Tressel von den Grünen hervor. Betroffen sind Fahrzeuge von über 50 Herstellern, die u.a. wegen Mängeln an Airbags, Bremsen und Software zurückbeordert wurden. Laut Angaben des Kraftfahrtbundesamtes lag die Gesamtzahl im Jahr 2013 bei etwa 770.000 Fahrzeugen.

Ursache für die Zunahme sieht Tressel in der Tatsache, dass Modelle „immer schneller und kostengünstiger auf den Markt kommen“. Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach hingegen ist der Meinung, dass die Qualität der Fahrzeuge insgesamt eher besser geworden sei. Auch der Verband der Automobilindustrie ist von der Qualität der deutschen Modelle überzeugt. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen spricht von einem Kostendruck bei den Fahrzeugherstellern, der Folgen zeige: „Je höher der Kostendruck, umso stärker steigt das Fehler- und damit das Rückrufrisiko.“

Maßgeblichen Anteil am Anstieg in diesem Jahr sind defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata, die unkontrolliert auslösen oder gar explodieren können. Allein BMW hat in diesem Jahr in Deutschland knapp 400.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen, um die Airbags zu ersetzen.

Wegen der Baukasten- und Gleichteilestrategie, bei der gleiche Komponenten in möglichst vielen unterschiedlichen Fahrzeugmodellen zum Einsatz kommen, profitieren die Automobilhersteller von Mengeneffekten. Die Kehrseite der Medaille: Bei einem defekten Bauteil ist unmittelbar eine deutlich höhere Anzahl an Fahrzeugen aus mehreren Baureihen betroffen.

DAS DEKRA-PRÜFSIEGEL